Sicher hast Du jede Menge Fragen zu unseren Aktivställen

Wir haben hier schonmal Fragen und Antworten aufgeschrieben, vielleicht ist Deine ja auch dabei



Kann mein Pferd Eisen im Aktivstall haben?

  • Zunächst verbieten wir Beschlag im Aktivstall nicht grundsätzlich. Beschlag an den Vorderhufen ist kein Problem, hinten muss das Pferd während der Integration barhuf oder mit Kunststoff beschlagen sein. Sollte sich das Pferd dauerhaft friedlich zeigen kann es evtl. auch hinten einen Eisen-Beschlag haben

Mein Pferd läuft barhuf, nutzt sich der Huf evtl. zu stark ab?

  • Zu Beginn kann das passieren. Da wir aber viele Flächen mit Kunststoff- oder Gummibelag haben, sollte sich der Huf nach und nach dem Abrieb anpassen. Unter Umständen kann das aber dauern bis der Huf einmal ganz durchgewachsen ist, also ca. ein Jahr

Mein Pferd ist beschlagen, kann es ausrutschen und sich verletzen?

  • Prinzipiell kann das immer und überall passieren. Die TTE-Kunststoffgitter und die HIT-Gummimatten sind relativ rutschfest, auch mit Eisen. Sollte ein Pferd große Schwierigkeiten haben, kann alternativ über einen Kunststoff-Beschlag nachgedacht werden

Ich habe Sorge, dass sich mein Pferd im Aktivstall verletzt

  • Da die Pferde immer in Kontakt stehen, ist das Risiko akuter Verletzungen etwas höher wie in reiner Einzelhaltung. Kleine Kratzer, Bisse und Tritte kommen durchaus vor. Kleine Verletzungen entstehen häufig beim Spielen. Schwerwiegende Verletzungen v.a. an den Sehnen kommen unserer Erfahrung nach im Aktivstall sehr viel seltener vor als in Boxenhaltung, da Gelenke, Sehnen und alle dazugehörigen Strukturen durch die ständige leichte Bewegung erheblich widerstandsfähiger sind. Das Pferd ist praktisch immer aufgewärmt

Kann mein Pferd ausreichend schlafen?

  •  In unseren Ställen sind die Liegebereiche aufgegliedert und mit weichem Material eingestreut, es sind mehr qm pro Pferd vorhanden wie die Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen vorschreiben. Dennoch kann es passieren, dass einzelne Pferd sehr lange brauchen, bis sie sich sicher genug fühlen, um sich vollständig abzulegen. Allerdings kann es auch in Boxenhaltung passieren, dass Pferde sich nicht ausreichend ablegen, da es ihnen entweder zu eng ist oder sie ihre Artgenossen zu wenig sehen können

Gibt es Pferde, die nicht in einem Aktivstall leben können?

  • Grundsätzlich gibt es für jedes Pferd den passenden Aktivstall und die passende Herde. Es ist aber möglich, dass das nicht bei uns ist. Z.B. können sehr hengstige Wallache Schwierigkeiten machen, da wir gemischte Herden haben, und es dadurch dauerhaft zu Unruhe kommt. Zudem können Aktivställe mit weiten Wegen, wie z.B. unser Aktivstall am Wald, für Pferde, die schlecht zu Fuß sind, zum Problem werden.

Mein Wallach war früher Deckhengst, kann er in den Aktivstall einziehen?

  • Manche ehemaligen Deckhengste interessieren sich nach der Kastration nicht im Mindesten für Stuten, allerdings gibt es auch welche, die weiterhin hengstiges Verhalten zeigen und dann nicht in unseren gemischten Herden leben können

Ich habe eine Stute, kann es sein, dass Wallache aufreiten?

  •  Ja, das kann passieren. Manche Stuten „verlieben“ sich spontan in neue Wallache und werden rossig während der Integration. Auch im Frühjahr und Spätsommer können Rossen u.U. so ausgeprägt sein, dass Stuten Wallache zum Aufreiten animieren. In der Regel legt sich dieses Verhalten aber, auch bleibt das Aufreiten normalerweise ohne Folgen

Bei meinem Boxenpferd gibt es jeden Tag Gerangel und Gequietsche, wenn die Pferde auf die Koppel gehen. Wird das im Aktivstall so bleiben?

  • Nein. Wenn Pferde aus Boxenhaltung zusammen auf die Koppel gehen muss jeden Tag der Status jedes Einzelnen neu ausdiskutiert werden. Leben die Pferde ständig zusammen ist das nicht mehr notwendig

Bilden alle Pferde Freundschaften?

  •  Nein, manche Pferde bleiben eher Einzelgänger. Aber man kann beobachten, dass allen Pferden die Anwesenheit von Pferden, die sie seit Jahren kennen, angenehm ist und ihnen Sicherheit vermittelt. Deswegen bringt ein Aktivstall einem Pferd den größten psychischen Nutzen, wenn es über viele Jahre hinweg mit wenig Pferdewechsel dort bleiben kann

Wie läuft die Integration eines neuen Pferdes ab?

  • Neue Pferde müssen bei uns zunächst 10 Tage in Quarantäne, d.h. sie stehen so lange in einem separaten Stall. Anschließend werden sie in den Integrationsboxen im jeweiligen Stall mit Kontakt zur Herde untergebracht. Nach 1-3 Tagen darf das Pferd zunächst mit auf die Koppel bzw. stundenweise im Stall mitlaufen. Dann lernen wir das Pferd an den Stationen an. Erst wenn das Pferd verstanden hat, wie die Fütterung funktioniert, kann es dauerhaft in der Herde bleiben

Friert mein Pferd bei Regen oder Kälte im Aktivstall?

  • V.a. im Frühjahr und im Herbst kann es vorkommen, dass die Pferde durch das dünnere Fell bei Dauerregen frieren, das ist aber stark vom Typ abhängig. Dann ist es möglich, das Pferd mit einer Regendecke zu schützen. Wir bieten auch einen Regendecken-Service an

Bekommt mein Pferd nicht ein sehr dickes Winterfell und kann ich es dann überhaupt noch trainieren?

  •  Das Winterfell ist individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt. Soll das Pferd im Winter trainiert werden und schwitzt stark, so gibt es die Möglichkeit einer Teilschur, das Pferd muss dann aber eingedeckt werden.

Mein Pferd ist nach dem Training nass geschwitzt, das Wetter kalt, und ich habe keine Zeit mehr, so lange im Stall zu bleiben bis mein Pferd vollständig trocken ist. Was mache ich da?

  • Es gibt Regendecken, die ein atmungsaktives Innenmaterial haben, die kann man dem Pferd anziehen, auch wenn es noch nicht ganz trocken ist. Dann kann das Pferd auch bei Kälte direkt zurück in den Aktivstall

Kann sich mein Pferd im Aktivstall erkälten?

  • Ja, aber nicht durchs Wetter, sondern nur, wenn es sich eine ansteckende Krankheit zuzieht. Allerdings ist die Chance sehr viel geringer, dass z.B. ein Husten wirklich ausbricht, da ein Aktivstallpferd viel weniger Staub und kaum Schadgasen ausgesetzt ist. Dadurch sind seine Lungen und das ganze Immunsystem viel widerstandsfähiger

Ich habe ein Turnierpferd, kann das trotzdem im Aktivstall leben?

  • Selbstverständlich. Die gleichmäßige Bewegung stärkt den Bewegungsapparat und verhindert Verletzungen. Es ist trittsicherer und weniger anfällig für Atemwegserkrankungen. Da es psychisch ausgeglichen ist kann das Training effektiver gestaltet werden, da langes „Abreiten“ entfällt und schneller mit dem eigentlichen Training begonnen werden kann. Leistungseinbußen sind nicht zu erwarten, im Gegenteil haben Studien an Vielseitigkeitspferden gezeigt, dass Ausdauer und Kondition der Aktivstallpferde sogar besser als die der Boxenpferde war. Es kann allerdings passieren, dass sehr verspielte Pferde etwas zerbissen aussehen und am Sonntagmorgen vor dem Turnier das Pferd auch mal dreckig im Stall steht.

Mein Pferd hat Arthrose, kann es trotzdem in den Aktivstall?

  • Das hängt vom Grad der Arthrose ab. Bei leichter bis mittlerer Arthrose ist die Bewegung sogar ausgesprochen nützlich, da das Gelenk ständig durch die Bewegung geschmiert wird. Kann sich das Pferd jedoch nur noch unter Schmerzen bewegen, ist ein Aktivstall eher problematisch

Sollte sich mein Pferd verletzen, bemerkt das jemand in der großen Herde?

  • Wir kontrollieren vormittags jedes einzelne Pferd auf sichtbare Verletzungen und protokollieren das. Kraftfutterstation, Weideselektion und Heudosierer übermitteln dem Computer, wenn ein Pferd nicht wie üblich die Station aufsucht. Wir haben feste Mitarbeiter, die die Pferde kennen, und beim Misten und Auffüllen bemerken, wenn einem Pferd etwas fehlt. Die Pferde sind also gut überwacht.

Was passiert, wenn mein Pferd lahmt und der Tierarzt Boxenruhe verordnet?

  • Häufig wird Boxenruhe verordnet, weil der Tierarzt auf Nummer sicher gehen will. Bei leichten Lahmheiten kann das Pferd (je nach Ursache) häufig problemlos im Aktivstall bleiben. Sollte es doch aufgestallt werden müssen stehen in den Ställen Krankenboxen zur Verfügung. In diesen kann das Pferd mit Kontakt zur Herde aufgestallt werden.

Was ist, wenn mein Pferd Medikamente braucht?

  • Wenn es nicht möglich ist, dass der Besitzer die Medikamente selbst gibt, bieten wir einen Medikamenten-Service an

Könnt Ihr als Stallbetreiber denn überhaupt so viele Pferde auseinanderhalten?

  • Ja, das können wir. Wir haben täglich mit den Pferden zu tun, außerdem übernehmen wir ja die Integration und das Anlernen der einzelnen Pferde, lernen also jeden kennen

Wie funktioniert das mit der Koppel?

  • Die Pferde gehen alle über die Selektion auf die Koppel. Wir stellen (in Absprache mit dem Besitzer) die Uhrzeit ein, ab der das Pferd auf die Koppel darf. Z.B. kann ein normalgewichtiges Warmblut ab 8.00 Uhr morgens auf die Koppel. Der etwas moppelige ab 11.00 Uhr und der dicke Haflinger ab 13.00 Uhr. Um 14.00 Uhr holen wir dann alle Pferde gleichzeitig wieder rein. So können wir die Dauer des Weidegangs individuell begrenzen. Außerdem können die Pferde selbständig durch Einbahntore wieder von der Koppel zurück in den Aktivstall, z.B. um zu trinken. Je nach Einstellung darf das Pferd dann nochmals raus oder muss im Aktivstall bleiben.

Mein Pferd ist sehr dick und muss dauerhaft auf Diät gehalten werden. Kann es trotzdem in der Herde leben?

  •  Ja. Der Aktivstall am Wald bietet z.B. sehr weite Wege, die das Pferd zurücklegen muss, um an Futter zu gelangen. Die Aktivställe am Stadel und an der Reithalle verfügen über Heudosierer, über den sich die Heufresszeit individuell begrenzen lässt. Damit das Pferd dann nicht schlingt, hat ein übergewichtiges Pferd nur an den Fressplätzen Zutritt, an denen Heunetze über das Futter gespannt sind

Mein Pferd ist zu dünn. Wird es im Aktivstall genügend Futter bekommen?

  • Ja. In den Aktivställen am Wald und am Obstgarten gibt es ab lib Heubereiche. Dort kann das Pferd im Extremfall unbegrenzten Zutritt bekommen. In den Aktivställen am Stadel und an der Reithalle kann ein solches Pferd unbegrenzten Zutritt zu den Heudosierern bekommen und dort ungestört und unbehelligt von seinen Mitbewohnern Heu fressen. Zudem können über die Kraftfutterstationen gefahrlos auch große Mengen Kraftfutter verabreicht werden, da die Station sie in viele kleine Portionen aufteilt.

Da ich in der Gegend ein Praktikum mache, möchte ich mein Pferd nur für ein halbes Jahr im Aktivstall unterbringen. Geht das?

  • Nein. Da die Integration in eine neue Herde immer sehr aufwändig und für alle Pferde anstrengend ist, nehmen wir Pferde grundsätzlich nur langfristig auf

Mein Pferd ist bereits 20 und war bisher in der Box. Kann er trotzdem in den Aktivstall wechseln?

  • Ja, wenn er noch gut zu Fuß ist. Auch ältere Pferde lernen i.d.R. sehr schnell, wie der Aktivstall funktioniert und schätzen die neue Freiheit

Nicht die richtige Frage dabei?Dann maile uns, und wir wir werden sie beantworten.

 

 

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